Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. 
 

August 2021


#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst

 Gottesdienst zum Israelsonntag

In diesem Jahr begehen wir ein besonderes Jubiläum. Ein Dokument belegt jüdisches Leben in Köln im Jahr 321. Wir feiern mindestens 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.

Und auf der anderen Seite: Die bleibende Erwählung des Gottesvolkes war für Christinnen und Christen an allen Orten und zu allen Zeiten ein Stolperstein. Die Vorstellung, das neben der Kirche Jesu Christi das erwählte Gottesvolk leben könnte, dem Gott die Treue hält, war offenbar schwer zu ertragen. Jüdische Gemeinden wurden gesellschaftlich an den Rand gedrängt. Erst nach der Shoah setzte sich in den Kirchen allmählich ein anderes theologisches Verständnis durch.

#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst, mit dieser Aktion feiern und erinnern auch die Kirchen an 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. So auch mit Gottesdiensten zum Israelsonntag, der an zwei unterschiedlichen Terminen und Kirchen von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mitgestaltet wird. In den Gottesdiensten erklingen hebräische Lieder.

Zeit:

8. August 2021, 10:00 Uhr

Ort:

und

Johanniskirche, Eschede

Zeit:

15. August 2021, 18:00 Uhr

Ort:

Neuenhäuser Kirche, Celle

 

 Begleitprogramm zur Ausstellung „Neue Anfänge nach 1945“

Christlicher Antisemitismus am Beispiel des Eisenacher „Entjudungsinstituts“ 1939–1945

Am 6. Mai 1939 wurde mit einem Festakt auf der Wartburg in Eisenach das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ auf der Grundlage einer Entschließung von elf evangelischen Landeskirchen gegründet. Das Institut war eng mit der Ideologie und Organisation der aus Thüringen stammenden Kirchenbewegung „Deutsche Christen“ verbunden. Ziel dieser kirchenpolitischen Bewegung war es, den christlichen Glauben und die Institution der Kirche den Vorgaben der nationalsozialistischen Weltanschauung anzupassen. Die „Forschungsarbeiten“ des kirchlichen „Entjudungsinstituts“ dienten dazu, die Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik der nationalsozialistischen Machthaber gegenüber den Juden zu unterstützen und den Antisemitismus als Grundpfeiler der nationalsozialistischen Rassenideologie zu legitimieren. Dr. Oliver Arnhold stellt in seinem Vortrag die Arbeit des kirchlichen „Entjudungsinstituts“ vor und gibt Informationen zur Geschichte der Kirchenbewegung „Deutsche Christen“ und ihrer führenden Vertreter. Ferner thematisiert er die Problematik christlicher Schuld während der NS-Zeit und lenkt dabei zugleich die Blickrichtung auf die Opfer dieser Geschichte. Der Vortragende ist Studiendirektor am Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium in Detmold, bildet als Fachleiter Referendare und Referendarinnen im Fach Evangelische Religionslehre aus und ist als Dozent für Religionspädagogik und kirchliche Zeitgeschichte an den Universitäten Bielefeld und Paderborn tätig.

Zeit:

Donnerstag, 12. August 2021, 19:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referent:

Dr. Oliver Arnhold, Detmold

 

 

Sommerfest mit Konzert in und um die Celler Synagoge

In diesem Jahr möchten wir unser traditionelles Sommerfest mit einem besonderen Programm umrahmen. Wir hoffen, der Lockdown und die Beschränkungen sind überwunden! Nach dem Konzert laden wir Sie zu einem kleinen Imbiss und einem Glas Wein ein. Wir freuen uns, Sie als Gäste begrüßen zu dürfen, und auf:

Anna Margolina Band Jazz, Swing & Yiddish Song

Wo Jazz draufsteht, ist nicht nur Jazz drin: Die Band um Anna Margolina arrangiert, interpretiert und improvisiert Songs verschiedenster Genres und Kulturen und lässt sie überraschend neu erklingen. In ihrem aktuellen Programm trifft der „Great American Jazz” jüdisch-amerikanischer Komponisten wie George Gershwin und Irving Berlin auf jiddische Lieder, die zur selben Zeit auf dem Broadway gespielt wurden. Die Band spielt mitreißende Arrangements von gefühlvollen Eigenkompositionen, die den Zeitgeist widerspiegeln.

„In Anbetracht des Sounds der Band hätte man sich glatt in eine vergangene Ära des Jazz träumen können: in eine New Yorker Clublounge, während die Leute tanzen und Cocktails trinken. Man wartete regelrecht darauf, dass sich Frank Sinatra mit einem Glas Whiskey in der Hand unters Publikum mischt” (JazzRadio Berlin).

Zeit:

Sonntag, 29. August 2021, 16:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Eintritt:

pro Person 10,00 €, ermäßigt 8,00 €,
Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren freier Eintritt

Das Konzert findet mit freundlicher Unterstützung des Zentralrats der Juden in Deutschland statt.