Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. 
 


September 2021

Begleitprogramm zur Ausstellung „Neue Anfänge nach 1945“

Der Neubeginn jüdischen Lebens in Deutschland nach Kriegsende

Der Neubeginn jüdischen Lebens in Deutschland war eine unmittelbare Folge der Befreiung. Die Juden, die den Holocaust in den Konzentrationslagern, im Versteck oder als Flüchtlinge in der Sowjetunion überlebt hatten, lebten nun als „Displaced Persons“ in Sammellagern auf deutschem Boden. Die meisten von ihnen stammten aus Osteuropa und sahen für sich nur außerhalb Europas, insbesondere in einem jüdischen Staat in Palästina, eine Zukunft. Die Mehrzahl der zurückgekehrten deutschen Juden dagegen wollte in Deutschland bleiben. Ihr Verhältnis zu den jüdischen DPs war daher auch von Spannungen geprägt. Thomas Rahe skizziert in seinem Vortrag die charakteristischen Merkmale des Neubeginns jüdischen Lebens im Nachkriegsdeutschland in den ersten Jahren nach Kriegsende. Im Mittelpunkt steht dabei das DP-Camp Bergen-Belsen, das seit 1946 das größte jüdische DP-Camp in Europa war.

 Dr. Thomas Rahe ist Historiker und katholischer Theologe. Seit 1987 ist er wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Zeit:

Mittwoch, 8. September 2021, 19:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referent:

Dr. Thomas Rahe, Celle

 

Von „der gemeinen viel geringern und bloß particulären Religion der Juden“. Antijudaismus und Antisemitismus in Philosophie und Theologie seit der Aufklärung

Bis zur Aufklärung wird das Judentum von christlicher Seite aus dem religiösen Grund abgelehnt, weil es Jesus nicht als Messias (Christus) anerkennt. Mit der Aufklärung und dem Aufkommen der historisch-kritischen Bibelwissenschaft verschiebt sich dies. Die jüdische Religion wird nun als minderwertig und „bloß particulär“ angesehen, jüdische Bibelauslegung gilt als unwissenschaftlich. Seit dieser Zeit wird die historisch-kritische Lektüre der Bibel von Antijudaismus und Antisemitismus begleitet. Es gibt auch Gegenstimmen, aber diese sind bis in die Zeit nach der Shoah selten.  

Prof. Dr. Rainer Kessler war von 1993 bis zum Ruhestand 2010 Professor für Altes Testament in Marburg. Arbeitsschwerpunkte: Sozialgeschichte der biblischen Zeit, prophetische Literatur und die Relevanz der alttestamentlichen Texte für die Gegenwart.

Zeit:

Dienstag, 28. September 2021, 19:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referent:

Prof. Dr. Rainer Kessler, Marburg und Frankfurt am Main