Februar 2022

Jerusalem: (un)Heilige Stadt – Sehnsuchtsort– Zankapfel - Ausstellung

 Jerusalem – Sehnsuchtsort für Menschen vieler Religionen. Im Januar 2019 reisten eine Jüdin, eine Christin und eine Muslimin nach Jerusalem. Gemeinsam sprachen sie mit jüdi-schen, christlichen und muslimischen Frauen und befragten sie nach ihrem Alltag, ihren Überzeugungen und ihren Träumen. Diese Installation bringt ihre Stimmen zu Gehör. Prof. Dr. Ursula Rudnick war als Christin Teil des interreligiösen Teams, das dieses Projekt kon-zipiert, die Gesprächspartnerinnen in Jerusalem getroffen und die Gespräche mit ihnen aufgezeichnet hat. Über die Entstehung der Ausstellung, ihre Erfahrungen mit den Ge-sprächspartnerinnen und ihre ganz persönliche Friedensvision für Jerusalem wird sie bei der Vernissage sprechen.

Eröffnung:

Donnerstag, 10. Februar 2022, 19 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referentin:

Prof. Dr. Ursula Rudnick, Beauftragte für Kirche und Judentum, Ev.-luth. Landeskirche Hannover

Laufzeit:

11. Februar 2022 bis 24. April 2022

Begleitprogramm zu dieser Ausstellung

Jerusalem in der Bibel

Jerusalem ist bereits in der Zeit der Bibel ein schillernder Ort. Hier spielt sich wie unter einem Brennglas Israels Leben mit Gott in der Geschichte ab. Denn: Jerusalem ist der Ort, wo Gott seinem Volk begegnet, im Tempel; und Jerusalem ist ebenso Ort Königs-Palastes von Salomo und seinen Nachkommen auf dem Königsthron.

Kein Wunder, dass dieser Ort Thema tiefen religiösen Nachdenkens wurde, genauso aber auch von Hoffnungen und Erwartungen. Aber nicht zuletzt haben gerade Jerusalem auch die Unheilsweissagungen der Propheten besonders hart getroffen – Weissagungen, die in erheblicher Spannung zu dem Selbstverständnis der „Stadt Gottes“ standen, wie es sich z.B. in vielen Psalmen ausgedrückt findet.

Der Vortrag will diesen verschiedenen Sichtweisen auf Jerusalem nachgehen, wie sie sich in der Bibel finden. Ausdrücklich sei betont, dass es im Vortrag nicht um das gegenwärtige Jerusalem und den Nahostkonflikt geht. Aber um diesen zu verstehen, ist ein Blick auf Geschichte und Theologie der heiligen Stadt gewiss hilfreich.

Zeit:

Donnerstag, 17. Februar 2022, 19:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referent:

Prof. Dr. Klaus Grünwaldt, theologischer Referent im Landeskirchenamt der Ev.-luth. Landeskirche Hannover und Honorarprofessor für das Fach Altes Testament, Leibniz Universität Hannover

Jerusalem  - der gordische Knoten

Neuer Termin: Donnerstag, 17. März 2022

Jerushalayim, al-Quds und Jerusalem - drei Namen für eine Stadt, die Juden, Moslems und Christen gleichermaßen heilig ist. Aber auch Agnositker und Atheisten dürfte die in den judäischen Bergen gelegene Metropole kaum kalt lassen, was vor allem an ihrer Schönheit sowie ihrer historischen Bedeutung liegt. Und in wohl keiner anderen Stadt auf der Welt sind aktuelle Politik, jahrausendealte Tradiditonen und Geschichte derart verworben und omnispräsent.

Lange Zeit war Jerusalem geteilt, erst der Sechs-Tage-Krieg von 1967 sollte dafür sorgen, dass die Stadt wiedervereint wurde. Die Altstadt und damit auch die "Klagemauer" (die Westmauer des Tempels), die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom gehören seither zum jüdischen Staat. All diese heiligen Orte sind Teil des Tempelbergs, ein Areal, das Juden seit den Tagen der Könige David und Salomon heilig war und nacheinander von Persern, Römern, Arabern sowie Kreuzfahrern, Osmanen und Briten erobert und dabei oftmals zerstört wurde.

Trotz immer wieder wechselnden Herrscher und zahlreichen Vertreibungen zieht sich die jüdische Präsenz wie ein roter Faden durch die Geschichte der Stadt, woraus Israel die Legitimation ableitete, Jerusalem 1950 zur seiner Hausptstadt zu erklären. Aber auch die Araber meldeten Ansprüche an, weshalb die Diskussion über den Status und die Besitzverhältnisse so alt sind wie der Nahostkonflikt. Vorschläge und Pläne gab es bis dato zuhauf, sie alle scheiterten zumeist an den komplexen Realitäten. Jerusalem war und bleibt daher der "gordische Knoten", den es auf dem Weg zu einer nachhaltigen Friedensordnung noch zu durchschlagen gilt, wie immer auch diese aussehen mag.

Dr. Ralf Balke ist einer der besten Israel-Kenner im deutschsprachigen Journallismus. Balke ist promovierter Historiker und Autor des Standardwerkes Israel: Geschichte.Politik. Kultur. Er schreibt und berichtet regelmäßig in der "Jungle World" oder der Wochenzeitug "Jüdische Allgemeine".

Zeit:

Neuer Termin: Donnerstag, 17. März 2022

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referent:

Dr. Ralf Balke, Berlin


Eine nächtliche Reise nach Jerusalem - Perspektiven aus der islamischen Tradition

Jerusalem, eine Stadt, die für Judentum, Christentum und Islam  jeweils eine besondere Rolle spielt. Sie wurde im Lauf der Zeit der Spielball der religiösen und politischen Machtansprüche. Die Bedeutung Jerusalems für die Muslime steht hauptsächlich in Verbindung zur Nachtreise des Propheten Muhammad. Wie wird dieses Ereignis im Koran erzählt? Gibt es eine theologische Begründung für die Besonderheiten der Stadt? Welche Potentiale verbergen sich in dieser Stadt für ein gutes und friedliches Zusammenleben der Religionen?

Dr. Hamideh Mohagheghi ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Paderborn am Zentrum für komparative Theologie und Kulturwissenschaften und am Seminar für islamische Theologie. Sie ist Sprecherin des Rates der Religionen in Hannover.

Zeit:

Donnerstag, 24. Februar 2022, 19.00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge, Im Kreise 24

Referentin:

Dr. Hamideh Mohagheghi, Hannover