Juni 2022

Eine „Weiber-Bibel“ – auch für Männer:   ו ראינה צאינה - Zenerene

Im „Austauschlager“ Bergen-Belsen war es erlaubt, in mitgebrachten Büchern zu lesen. Das jüngst erschienene Bergen-Belsen-Tagebuch von Jenö. Kolb spricht am 15. Juli 1944 davon, dass Frauen am Schabbat ‚Zéena u-Réena‘ lasen. Was verbirgt sich hinter diesem Titel, der verkürzt in Jiddisch ‚Zenerene‘ genannt wird?

Zenerene ist ein jiddischsprachiger Bestseller, der mit über 210 Auflgen weltweit bis heute die größte Verbreitung gefunden hat. Um 1600 entstand diese Nacherzählung der Fünf Bücher Mose, die durch Texte aus dem Talmud und den Midraschim (Erklärungen zum Bibeltext) ergänzt wurde. Lange Zeit ging man davon aus, dass das jiddische Werk lediglich bei Frauen in Gebrauch war, die keine intensive Ausbildung in dem traditionellen jüdischen Schriftgut hatten. Heute weiß man aber, dass ebenso Männer diese „Weiberbibel“ studierten.

Nach einer knappen Einführung in die Geschichte des Jiddischen wird das Werk an Textbeispielen vorgestellt.


Zeit:

Donnerstag, 2. Juni 2022, 19:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge Im Kreise 24

Referent:

Walter Schiffer M.A., M.Th., Institut für Jüdische Studien der Universität Münster


„... und Eva pflückt den Apfel ab“

Das Trio um die Schauspielerin und Sängerin Dorothea Baltzer mit Hanno Botsch an Klavier und Geige und Andres Buchholz am Kontrabass und Akkordeon nimmt Sie mit auf eine musikalisch-poetische Zeitreise. Der Abend beleuchtet die Rolle der Frau in der jüdischen Kultur auf ungewohnte Weise. Voll lyrischer Schönheit und jüdischem Witz, anregend und besinnlich zugleich, erzählt er die Geschichte mutiger jüdischer Frauen, die mit Eva und dem Apfelbaum begann.

Das Gedicht „Eva und der Apfelbaum“ gab diesem Konzert den Namen. Es stammt von Itzig Manger, der auch als Prinz der jiddischen Ballade bezeichnet wird. Das jiddische Lied „Still, die Nacht ist voller Sterne“ erzählt die Geschichte einer Partisanin aus dem litaui-schen Ghetto Wilna. Das Lied aus dem Jahr 1942 wurde zur Hymne jüdischer Wider-standskämpfer. Auch „Das Mädchen vom Wald“, ein Gedicht von Abraham Suzkever, han-delt von Partisaninnen. Daneben werden auch sehr poetische Lieder vorgetragen, wie das Wiegenlied „Dremlen Feigl“ (Es träumen die Vögel) oder „Sheyn vi die levoneh“ (Schön wie der Mond) von L. Rudnitzki.

 

Zeit:

Sonntag, 12. Juni 2022, 17:00 Uhr

Ort:

Celler Synagoge Im Kreise 24