Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Celle 

Alle Veranstaltungen fallen aufgrund der derzeitigen Situation vorerst bis Ende April aus und werden ggfs. nachgeholt.

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Wir erinnern uns heute an den 8. April vor 75 Jahren. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges bombardierten amerikanische Geschwader die Gleisanlagen beim Celler Güterbahnhof. Es sollte ein taktischer Schlag sein, um den Vormarsch der 2. Britischen Armee in westlicher Richtung zu unterstützen. Allerdings trafen die Bomben einen Transport trafen, der KZ-Häftlinge aus den Außenlagern Drütte, Salzgitter Bad und Holzen in das Celle nahe gelegene KZ Bergen-Belsen bringen sollte. Viele der Häftlinge waren sofort tot. Diejenigen, die sich aus dem Zug retten konnten, flohen in Richtung Neustädter Holz. Die Überlebenden wurden von SS-Wachmannschaften, in Celle stationierten Wehrmachtssoldaten, Schutzpolizisten, Volkssturmmännern, Hitlerjungen und Zivilisten gejagt, zusammen getrieben, viele erschossen und geradezu hingerichtet.

Auch am Morgen danach gab es weitere Durchkämmaktionen bei denen es zu weiteren Massakern an den Häftlingen kam. Mindestens 170 Gefangene wurden dabei ermordet, ihre Leichen zum Teil an Ort und Stelle verscharrt. Über 2000 Überlebende wurden unter Bewachung auf einen Fußmarsch zum KZ Bergen-Belsen getrieben; auf diesem Weg fanden weitere Erschießungen statt. Etwa 120 marschunfähige Häftlinge ließ die SS in einem Pferdestall der Heidekaserne unversorgt zurück. Dort wurden sie am 12. April 1945 von britischen Soldaten befreit. Der britische Offizier, der die Menschen dort entdeckte, sprach später über ein „Bergen-Belsen im Kleinen“.

 

Eine breite Basis bekam das Gedenken in Celle erst, als die Stadt 1992 das Mahnmal des Künstlers Johnny Lucius in den Triftanlagen einweihte, das an die Opfer des Massakers erinnert. Gleichzeitig wurde auch die erste umfassende historische Aufarbeitung von Dr. Bernhard Strebel in Zusammenarbeit von Stadt Celle und der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten herausgegeben. Erstmals nach Kriegsende wurden hier auch die Namen der Täter genannt.

Auch wenn dabei immer noch Fragen offenblieben, so haben sich seitdem verstärkt insbesondere junge Menschen in der Stadt immer wieder mit diesem Thema beschäftigt. Und der 8. April ist nun ein fester Gedenktag in Celle geworden.

Wir denken in diesem Moment an die vielen Millionen unschuldiger Opfer in ganz Europa, die in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur aus unterschiedlichen Gründen ihr Leben verloren. Wir denken an die Opfer dieser schrecklichen Tage in Celle. Für uns Celler wird der 8. April immer ein Tag sein, an dem wir der Opfer des Massakers gedenken. Es muss für uns aber auch ein Tag sein, an dem wir uns vor Augen führen müssen, was zu dieser Politik geführt hat und dass wir daran arbeiten müssen, dass Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschverachtung nie wieder einen Platz in unserer Gesellschaft haben werden. Wir müssen für eine freie und demokratische Gesellschaft eintreten.

„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren“ sagte 1985 der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker in seiner Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes.


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Am 8. April 2020 jährt sich das Celler Massaker an den fliehenden KZ-Häftlingen zum 75. Mal.


Vor 75 Jahren, im April 1945 räumte die SS frontnahe Konzentrationslager. Sie brachte auch Häftlinge in das Celle nahegelegene KZ Bergen-Belsen.

Einer dieser Räumungstransporte aus KZ-Außenlagern wurde am 8. April 1945, um 18.11 Uhr von der 9. U.S. Air Force, am Celler Güterbahnhof, bombardiert. Es sollte ein taktischer Schlag sein, um den Vormarsch der 2. Britischen Armee in westlicher Richtung zu unterstützen. Die Bomben trafen die Gleise und umliegende Gebäude, sie trafen aber vor allem einen Zug, der mit etwa 3.400 KZ-Häftlingen aus den KZ-Außenlagern Drütte, Salzgitter Bad und Holzen auf dem Weg nach Bergen-Belsen war. Überlebende Häftlinge flüchteten daraufhin ins Neustädter Holz. Angehörige der SS, der Wehrmacht, der Polizei und Celler Zivilisten machten eine unerbittliche Jagd auf sie und ermordeten mindestens 170 Menschen.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien

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Veranstaltungsreihe des Celler Netzwerkes gegen Antisemitismus

Programm:             VHSFlyer2020_3web.pdf                   





Ungesühnt. – Verschwiegen. – Ein Heimatbild.



eine Installation von Peter Barth

Vor 75 Jahren, am 8. April 1945, wurde bei einem Bombenangriff auf die Bahnanlagen beim Celler Güterbahnhof ein Transportzug mit KZ­Häftlingen getroffen, der auf dem Weg in das Konzentrationslager BergenBelsen war.

Ein Teil der Überlebenden konnte sich aus den Waggons befreien und fliehen, verfolgt von Angehörigen der SS, der Wehrmacht, der Polizei und Celler Zivilisten. Diese ermordeten 170 der Fliehenden. Die In stallation von Peter Barth erinnert an das Celler Massaker vom April 1945.


Mit 170 fiktiven Porträts versucht der Künstler, die Ermordeten aus dem Fluss des Vergessens herauszuholen und ihnen ein Gesicht zu geben – auch wenn ihr tatsächliches Aussehen nicht wiederzugeben ist.

 

Ort:

Synagoge Celle, Im Kreise 24

Laufzeit:

14. Februar bis 03. Mai 2020

Veranstalter: 

Stadtarchiv Celle in Kooperation mit der  Gesellschaft für Christlich­Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V.

Link:

https://www.peterbarth-art.de/ungesuehnt-verschwiegen.html